Mart (Martinus Adrianus) Stam wurde am 5. August 1899 in Purmerend in den Niederlanden geboren und war zunächst als Zeichenlehrer in einem Architekturbüro in Rotterdam beschäftigt. 1922 siedelte er nach Berlin über und arbeitete u.a. bei Hans Poelzig und Max Taut. In Beiträgen europäischer Avantgardezeitschriften vertrat er funktionalistische und sozialethische Prinzipien des Bauens. 1926 konnte er in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung erstmals ein Reihenhaus nach seinen Ideen realisieren. Für dessen Inneneinrichtung entwickelte er einen hinterbeinlosen Gasrohrstuhl, den berühmten Freischwinger. Von 1930 bis 1934 lebte Mart Stam in der Sowjetunion als Mitglied der Architektengruppe um Ernst May. 1935 kehrte er in die Niederlande zurück, gründete ein eigenes Architekturbüro und wurde 1939 Direktor des Instituut voor Kunstnijverheidsonderwijs´, der nachmaligen Rietveld-Akademie in Amsterdam. Stam lebte von 1948 an zunächst in der Sowjetischen Besatzungszone, später DDR, und war zunächst Rektor der Dresdner Akademie der Künste und der Hochschule für Werkkunst. Von 1950 an war er Rektor der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee, die er infolge der Formalismusdiskussion Ende 1952 verlassen musste. Seiner kurzen Amtszeit verdankt die Schule eine klare Struktur des Ausbildungssystems, die der Gliederung des Studienganges am Bauhaus entlehnt war. 1966 zog sich Mart Stam vollständig in die Schweiz zurück, wo er in Goldbach am 23. Februar 1986 starb.

 

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Mart Stam