Das Krikkelmuseum

Malerei
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 Am Anfang war ein kleiner Krikkel, der sich wie ein Rhizom ausbreitete und von Helene Hellmich Besitz ergriff. „Wenn etwas kleiner ist als das Größte, so ist es darum noch lange nicht unbedeutend“ zitiert sie den römischen Philosophen Seneca. Und an Bedeutung fehlt es dem Krikkel in ihrer künstlerischen Arbeit wahrlich nicht – im Gegenteil, aus einem wurden viele, artverwandte Gattungen, Fundstücke und Gegenstände gesellten sich zu ihm, so dass Helene Hellmich das „Krikkelmuseum“ gründete. Denn schließlich gibt es Krikkel schon seit über 400 Millionen Jahren und es sind schon Museen aus weitaus unbedeutenderem Anlass eröffnet worden. Das Krikkelmuseum wirkt von außen wie ein vergrößerter Setzkasten und innen finden wir uns in einem white cube wieder mit dem kompletten Sammlungsverzeichnis. Alles Alltägliche, Unbeachtete findet sich wieder und hat sich sein Recht auf Präsentation erobert, so dass dieses Modell eines Krikkelmuseums nicht nur neugierig macht auf dieses neue Sammlungsgebiet, sondern auch dazu geeignet ist, die Aura und die Kriterien anderer Museen und musealer Sammlungen zu erschüttern. Diese Idee der Bedeutungsverschiebung mit ihrer spielerischen Institutionenkritik sowie die Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung mit dem Sammlungsbestand befand die Jury für Wert Helene Hellmich den Förderpreis 2012 zu verleihen.

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Das Krikkelmuseum
Helene Hellmich