Frau E. ist eine immersive Installation, die der Erzählkraft von Räumen auf den Grund geht. Eine winzige Wohnung in einem Plattenbau, irgendwo am Rande Ost-Berlins wird zum fiktiven Lebensraum von Frau E., den der Besucher detektivisch erkundet und dem er sich dabei emotional annähert. Eine temporäre Wirklichkeit, in der der Besucher jedoch immer ein Eindringling bleibt.

Jeder Besucher wird angehalten, eine Kiste mit den Habseligkeiten von Frau E. zu packen. Dabei muss er selbst entscheiden, welche Gegenstände für diese ihm fremde Person wichtig gewesen sein könnten und ihm etwas von ihr erzählen. So wird er zum Akteur, der die theatrale Situation, durch seine individuelle Wahrnehmung mit erschafft. Es entstehen multiple konstruierte Realitäten, bei denen Alltagsgegenstände und Fundstücke jedes Mal zu einem neuen Bild eines Lebens zusammengesetzt werden.

Die Erinnerungsstücke aus dem Nachlass von Frau E. sind Gegenstand der Ausstellung im Kunstquartier Bethanien. Können Relikte eines intimen Rückzugsortes Aufschluss geben über die Person, die sich mit ihnen umgeben hat? Oder verweisen diese Exponate, herausgelöst aus ihrem Kontext, nur noch auf sich selbst? Die Finissage stellt die tatsächliche Auflösung des Haushalts von Frau E. dar. In einer Versteigerung mit Auktionator werden alle Exponate einen neuen Besitzer finden und uns so vielleicht auch etwas über diesen erzählen.

Betreuer: Prof. Stefan Hageneier

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FRAU E. — eine narrative Rauminstallation
Barbara Lenartz