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Andreas Sell :
Das Ende einer Beziehung

In Andreas Sells Audioarbeit „Das Ende einer Beziehung“ spielen zwei Schauspieler einen Streit zwischen einem Mann und einer Frau nach. Von diesem Streit am Esstisch bleiben nur noch die banalen Sätze übrig, die in solchen Situationen ausgetauscht werden. Doch durch die langen Momente der Stille zwischen den Sätzen entsteht eine dramatische Spannung, die sich immer mehr zuspitzt, je banaler die Aussagen werden. Die Jury war von der Sparsamkeit der Ökonomie der Mittel beeindruckt, die zur Herstellung dieser Arbeit nötig waren. Die Schauspieler brauchen nicht einmal zu weinen, sie bleiben auch bewusst künstlich und zurückhaltend in ihrer Spielweise. Nicht mehr als zweieinhalb Minuten, nicht mehr als zehn Sätze und ein Seufzer genügen, um die Dramatik der Szene aufzubauen. Mit dieser Frage der Ökonomie befasst sich ebenfalls eine zweite Arbeit von Andreas Sell, „100 $“, die der Jury in Form einer einfachen Ansichtskarte mit einem Bild auf der Vorderseite und einem kurzen Text auf der Rückseite vorgestellt wurde. Die Arbeit lässt sich nicht kommentieren, nur mit zwei Sätzen beschreiben: „Zwei Personen erhielten 100 $, um ihr Ballspiel so lange sie wollen fortzusetzen. Nach fünf Minuten hörten sie auf zu spielen und verließen den Park“. Die Jury hat die Konsequenz der Arbeiten in ihrem Bezug zueinander geschätzt, die Schlichtheit der Präsentation und die Strategie, die zur Herstellung der Situationen führen.

Jean-Baptiste Joly