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Er sei »der internationalste der Architekten«. So bezeichnete Sigfried Giedion, der prominente Historiker der Moderne, Mart Stam aus Anlaß der 1927er Werkbundausstellung »Die Wohnung« am Stuttgarter Weißenhof. Der weitere Verlauf des Lebens Stams hat diese Einschätzung voll und ganz bestätigt. Dabei war er vorab Vermittler zwischen den beiden Teilen des nach zwei Weltkriegen in Ost und West gespaltenen Europas: Er wählte damit einen schwierigen Weg, der unter den gegebenen Umständen kaum Aussicht auf Erfolg hatte, 1930 ging er voller Zuversicht in die Sowjetunion, um allen Schwierigkeiten und Entbehrungen zum Trotz, am Aufbau der neuen Gesellschaft mitzuwirken. Auch nachdem der Traum von der neuen Lebensform stalinistischer Kulturpolitik zum Opfer gefallen war, blieb Stam seiner Einstellung treu. Nach der Zerschlagung des Faschismus im Jahr 1945 versprach er sich vor allem vom »anderen Deutschland« die Fortsetzung des 1933 abgerissenen Fadens der Moderne. Er begab sich in die DDR, anfangs nach Dresden, dann nach Berlin, wo er zum Direktor der Hochschule für angewandte Kunst, der späteren Kunsthochschule Berlin-Weißensee ernannt wurde, Der Architekt und Designer, der stets betonte, daß er seine Aufgabe »frei von ästhetischer Tradition (und) unbekümmert um das Streben nach formaler Schönheit« begreife, wurde von den politisch Mächtigen des Formalismus bezichtigt. »Konsequent und kompromißlos« (Giedion) wie er war, zog er es vor, erneut abzutreten, statt seine Gesinnung verraten zu müssen. Die Berufung auf Mart Stam, einen ihrer ersten Direktoren, entspricht unter den heutigen Bedingungen der von der Kunsthochschule Berlin-Weißensee aufgenommenen Verpflichtung, die Begegnung und kulturelle Verschmelzung von Ost und West in ihrem Wirkungsbereich in exemplarischer Weise zu
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